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das polare Zebra hat natürlich recht -
lang, lang ist's her, dass ich es geschafft habe, zu (neudeutsch) Bloggen... es WAR aber auch ein turbolentes Semester! Ein Trost mag vielleicht sein, dass diesem Eintrag etwas besonderes anhaftet. Im Gegensatz zu den anderen reist er nämlich nicht nur via dem weltweiten Datennetz sondern auch (im Entstehungs- prozess) physikalisch von Australien nach Deutschland (ich hab im Flugzeug mit diesem Bericht begonnen).
Aber der Reihe nach; Stehengeblieben war ich glaub ich kurz bevor mein wehrtes Erzeugerpaar zum Besuch ansetzte - eine Zeit, die schön, aber für alle durchaus auch anstrengend war... und das (ausnahmensweise?) nicht wegen spät-pubertären Verhalten auf meiner Seite, sondern schlicht und einfach weil ich uns ein lückenloses Reiseprogramm zusammengestellt hatte: in ca. dreieinhalb Wochen haben wir Townsville, Darwin, Arnhemland, Alice Springs und Cairns bereist - und das ziemlich aktiv, was dann zwar eindrucksvoll, aber eben auch ziemlich überwältigend ist.
Die wenigen Tage, die ich in Brisbane vor dem Beginn des zweiten Semesters hatte, waren daher Erholung von der Erholung. Wer übrigens Interesse an einem ausführlicheren Reisebericht hat, den verweise ich gerne auf unsere "Schriftführerin", meine Mutter ( komps[at]muenster.de ).
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Freddy @ 28 |
Menu Screen der Faust-DVD |
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Meine erste Aufgabe nach meiner Rückkehr war eine "Altlast" aus dem letzten Semester, das editieren der "FAUST" Produktion des Kurses "Theatre Learning".
Ich hatte ja schon berichtet, dass ich für diese Adaption des Renaissance-Klassikers von Christopher Marlowe die Videoprojektionen erstellt und bedient habe; von einer der Aufführungen haben wir dann 4 verschiedene Kamerawinkel aufgezeichnet, um ein geschmackvolles Gesamtwerk auf DVD entstehen zu lassen - als Andenken und Folio-Element für alle Beteiligten.
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Ein weiteres Produkt aus dieser fruchtvollen Verbindung zwischen Shaun Charles (dem Regisseur und Tutor an meiner Uni) und mir war ein Einsatz als Stage Manager in einer kleinen aber professionellen Uraufführung in der Stadt. Das Stück "The Kursk" ist ein Dokudrama um die Ereignisse um den Untergang des russischen Atomuboots am 12. August 2000, ein Ereignis mit kontroverser Behandlung in den Medien.
Der Autor und Schauspieler Sasha Janowicz ist gebürtiger Russe, der seit 10 Jahren in Brisbane studiert, schaugespielt und gelebt hat. Ein klares Ziel des Stücks war, Licht in die Tragdie fern von dem sensationslüsternen, kühlen und oft vereinfachenden Pressebildes zu werfen. In 6 Jahren intensiver Recherche muttersprachlicher Quellen und unzähligen vertraulichen Gesprächen vor Ort mit Angehörigen und Offizieren der nördlichen Flotte entstand ein mitreißendes Drama. Durch das Mitwirken von Brisbanes Größen der professionellen Theaterszene wie das des Regisseurs Michael Futcher oder des Schauspielers Eugene Gilfedder machten das Stück zu einem absoluten Erfolg bei den Kritikern. Dementsprechend glücklich war ich über meine Chance, Teil dieser Produktion zu sein.
Für alle, die mit englischer Theaterterminologie nicht vertraut sind, hier eine Definition eines Stage Managers: Im Probenprozess ist er eine Art Mischung von Regieassistent, Souffleur und generell MfA (Mädchen für Alles). Außerdem dokumentiert er alle Änderungen an technischen Stichwörtern (CUEs) und Text in der sogenannten Prompt Copy, der "Bibel" (was da drin steht gilt - was nicht drin steht ist ergo nicht in der Show). Während der Aufführungszeit "fährt"/dirigiert er dann die technischen Aspekte der Aufführung, d.h. gibt den Licht- und Ton-Bedienern ihre Kommando's, während er gleichzeitig Skript und Schauspieler genaustens verfolgt.
Hört sich langweilig an, ist es aber nicht - man fühlt sich ein wenig wie ein kleiner Orchesterdirigent. Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist der des Schicherheitsbeauftragten - es ist (zumindest teilweise) der Kopf des Stage Managers der rollt wenn vermeidbare Unfälle entstehen. Diese Erfahrung war unsagbar wertvoll, da die Chance, von professionellen Licht-, Ton-, Regie- und Schauspielgrößen bereits im zweiten Semester lernen zu dürfen durchaus nicht jedem gegeben wird.
Mein Glück war der "Gefallen", den ich noch bei Shaun Charles für mein ehrenamtliches Engagement in "FAUST" gut hatte - als ihn Sasha anrief und nach einem Stage Manager fragte, empfahl er mich, obwohl ich diese Position im vollen Umfang noch nie besetzt hatte. Relativ spät bin ich dann noch zusätzlich als Designer ein paar kleiner, subtiler Videoproduktionen eingesprungen - wie gesagt, es ist wie überall auf der Welt, MfA sind gefragt.
Gleichzeitig wurde ich von einer Tutorin und Jazz-Songwriterin an unserer Fakultät, Jo Loth ( http://www.myspace.com/joloth ) engagiert, um ihr musikalisches Repertoire mit ein wenig Mediensalat aufzupeppen. Als ihr alter Ego "Dr. Mandi" präsentiert sie "9 easy steps to Romantic Bliss" - eine böse Parodie auf all die Selbsthilfe-Seminare und ihre selbst-Hilfe-bedürftigen Gurus, umspielt mit eigenen Jazznummern.
Meine Aufgabe war es, eine gewollt-aber-nicht-gekonnte Seminarpräsentation und ein Infomercial ( http://www.youtube.com/watch?v=WXcV472fQRw ) zu kreieren, um dem Ganzen einen passenden Rahmen zu geben - eine äußerst unterhaltsame Tätigkeit. Nach einer ersten Spielzeit im Theater !Metro Arts wurden wir dann mit der Show zum Brisbane Cabaret Festival 2007 eingeladen, wo unter anderem auch Meret Becker und Ars Vitalis (mit Förderung des Goethe-Instituts) als ein Headliner auftrat - ein voller Erfolg also. Aus derselben Vebindung ging dann später noch ein Auftrag für Poster/Flyer-Design für die "Viel Lärm um Nichts"-Produktion des Queensland Shakespeare Ensembles hervor; mein kleines Label Budget?! Features ( http://www.budgetfeatures.com ) gelangte so zu bescheidenem Ruhm, so dass ich schließlich und endlich sogar von der Queensland Theatre Company (dem bundesstaatlich geförderten Theater) eingeladen, mich als Videodesigner für ein Stück 2008 zu bewerben (ist zwar nichts geworden, aber selbst diese erste Kontaktaufnahme war schon äußerst spannend).
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Jo Loth als "Dr. Mandi" |
Was das Studium anging, stand in diesem Semester die vier Fächer History of Theatre, Theatre Technologies, Playmaking und eine zweite Voice-and-Movement-Einheit auf dem Plan.
Moritz und Melchior, "Frühlingserwachen" |
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Für das letztere Fach hatten wir zwei andere Tutoren als im ersten Semester bekommen, so dass wir von anderen Schwerpunkttechniken profitieren konnten - unter anderem das Arbeiten mit Clown- und Maskentechniken, das Schauspielern bestimmte, einzigartige Werkzeuge für ihre Arbeit zur Verfügung stellen kann.
Playmaking stellt eine Ensemble-Produktion von einer halben Stunde dar, die einen stark auf Kollaboration ruhenden Charakter hat. In diesem Jahr gab es für alle Tutoren (die auch die Regisseure waren) der Parallelkurse 10 einschränkende Regeln, die an das Manifest der Dogma95-Gruppe erinnerten; Alle technischen Hilfsmittel wie farbige Beleuchtung, jegliche Konserven-Sounds und Projektionen waren verboten, wer einmal auf der Bühne war, musste dort bleiben, u.s.w. - Das Ergebnis war gerade durch die Beschränkungen um so kraftvoller, da der Focus somit klar auf die Performance gelenkt wurde.
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Theatre Technologies barg für mich wenige Herausforderungen und wirkte eher vertiefend - das Hantieren mit Licht-, Ton- und sonstiger Bühnentechnik war mir nicht zu letzt durch den Praxiseinsatz im Stück "The Kursk" durchaus sehr vertraut.
History of Theatre ist das, was meiner Information den Großteil des Studiums der Theaterwissenschaften in Deutschland ausmacht - Die Analyse verschiedener Epochen und ihres Theaters, dem Stilen und Zielen der großen Authoren und Regisseure und der Zusammenhang zu zeitgenössischer Politik und Sozialgefüge. Trocken, aber nötig, um sich als Künstler in einem Kontext zu bewegen - sei es, um Techniken aufzugreifen, sie gezielt zu meiden oder sie gar zu pervertieren, um bestimmte Aussagen zu treffen.
Den Plan, den Absolventen des Drittjahreskurses "Regie" als Schauspieler zu dienen, hatte ich ja bereits angedeutet - und in der Tat reist man weit, nur um Wedekinds 14-jährigen Melchior in einer expressionistischen Version von "Frühlingserwachen" (oder "Spring Awakening", wie es hier genannt wird) zu spielen ;).
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Brian, Lulu & Robbie, "Shopping & Fucking" |
Den liebenden Vater und Mafiaboss durfte ich in der Rolle des Brian aus Mark Ravenhill's "Shopping & Fucking" vereinen, eine Herausforderung der Ganz anderen Art.
Nach diesem aufregenden und bis zur letzten Sekunde ausgefüllten Semester kam schließlich die Zeit, zumindest vorerst von meinen wunderbaren Mitbewohnern Abschied zu nehmen - da sowohl für Racheal als auch Kali das Visum zusammen mit dem Abschluss ihres Bachelors endete. Da auch ich einen längeren Heimaturlaub antreten und die Miete nicht einfach weiterlaufen lassen wollte, lautete der Entschluss, alle gemeinsam aus unserer geliebten WG in der Nyleta St auszuziehen. Und so bestieg ich nach fast genau 9 Monaten wieder ein Flugzeug Richtung Nord-West, angefüllt mit Erfahrungen, neuen Freundschaften und Wissen.
Über die nun folgenden 2 1/2 Monaten gibt es eigentlich wenig zu berichten - viele von euch durfte ich wiedertreffen, habe Deutschland und die Schweiz bereist, gearbeitet und natürlich auch meinen Urlaub an den Orten verbracht, die ich in Australien immer vermissen werde, in Münsters alternativer Nacht-/ und Musikszene.
Und jetzt? Kurz nachdem einige Menschen rund um den Globus zum 29ten Mal meiner Mutter Niederkunft gedachten, meldet sich der Korrespondent aus seiner neuen Bleibe in der Shirland St - eigentlich auch nur, um diesen Blog zu Grabe zu tragen, zumindest größtenteils.
Trotz vieler ermutigender Kommentare haben Studium, Arbeit und natürlich auch, äh, "Live" - Freunde mich doch ziemlich nachhaltig dazu gebracht, andere Prioritäten zu setzen.
Auch mein "Heimaturlaub" und selbst die Zeit nach meiner Rückkehr nach Brisbane (und bis zum Semesterbeginn) waren erfreulicher Weise (naja, bedauerlicher Weise, aus Blog-Sicht) sehr ausgefüllt.
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Virtueller Rundgang durch die neue Butze (Flash) |
Daher mein Beschluss, euch fürderhin nicht mehr mit nicht einzuhaltenden Absichtserklärungen auf die Folter zu spannen, sondern lieber persönlichen Kontakt pflegen - eine persönliche Nachricht habe ich seltenst länger als ein paar Tage unbeantwortet gelassen, und so soll es auch bleiben... davon ab empfehle ich euch ja auch gerne erneut meine münsteraner Telefonnummer an; Wenn ihr von eurem ganz normalen Telefon oder Handy die 0251-3235702 anwählt, zahlt ihr auch weiterhin nur münsteraner Ortsgebühren und erreicht mich in Australien! Magie! Falls ich nicht zu Hause und/oder online bin, sollte mein (Englischer) Anrufbeantworter euren Anruf entgegennehmen und ich melde mich a.s.a.p. zurück. Vorheriges Anmelden des Telefonats via email macht es natürlich wahrscheinlicher, mich persönlich zu erreichen, aber denkt an die momentan 9 Stunden, die wir euch hier voraus sind ;).
Was die Zeit seit meiner Ankunft angeht - bevor die Uni Anfang März wieder begann habe ich bereits in zwei Stücken tragende Rollen (allerdings nicht auf der Bühne) eingenommen - und das nicht nur für den Ruhm, sondern eben auch für eine bescheidene Vergütung... Das neue Semester mit spannenden Kursen und Tutoren hat nun begonnen und stellt mich diesmal nicht nur vor theatralische Herausforderungen, sondern eben auch vor den Beginn meines zweiten Majors, Screen Production. Natürlich kann ich nach 2 Wochen noch nicht viel sagen, aber das erste Projekt (ein max 60 Sek.-Projekt) läuft an und ist in der Tat äußerst spannend! Sobald das Ganze abgedreht und im Kasten ist, werde ich es für euch online zur Verfügung stellen, soviel Zeit muss sein.
Bleibt mir gewogen,
Freddy |
1 Kommentare |
 


Hallo zusammen!
Jaaajaaaa, ich weiß -
ich habe euch und meinen Blog sträflichst vernachlässigt - aber seit dem ich das letzte Mal schrub, habe ich auch 4 Szenen, 2 Monologe, 3 Journals, 3 Essays, 1 Projektantrag und 1 Präsentation erstellen, proben und aufführen müssen - in 7 Wochen. Soviel zur Statistik meines Studiums.
Da das alles selbstverständlich keineswegs ausfüllend war, habe ich noch freiwillig bei ein paar Theaterproduktionen des 2ten "Lehrjahrs" mitgeholfen (Videos für durchgängige Projektionen entworfen und gefahren)... zusammenfassend könnte man wohl zu Recht behaupten, ich hätte meinen Involviertheitsgrad erfolgreich auf münsteraner Niveau angehoben.
Inzwischen habe ich tatsächlich mein erstes Semester überstanden und mich erfolgreich in alle Wunschkurse (bei meinen Wunschtutoren) des Nächsten eingeschrieben. Neben einer kompletten kleinen Produktion (Fach "Playmaking"), der Vertiefung von Stimm- und Bewegungstraining ("Voice and Movement II"), stehen Theatergeschichte und Theatertechnologien auf meinem Lehrplan. Außerdem werden wir, die Zweitsemester von den Viertsemestern für ihre Inszenierungen 30-minütiger Ausschnitte von Theaterstücken gecastet - ich bin schon gespannt.
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Ha(i/r)ry Monster |
Lady Jax, die Kamerafrau |
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Nachdem ich mein letztes 2500-Wort-Essay abgegeben hatte, bin ich noch "mal eben" mit einem Billigflieger nach Sydney geflogen, um eine Freundin aus Münster, eine werdende Ärztin, die dort einen Teil ihres medizinischen PJ's absolviert hat (siehe auch hier), zum Flughafen zu bringen.
Außerdem wollte ich einee australischen Freundin, die ich bei meinem letzten Aufenthalt kennengelernt hatte (ja, genau, die, bei der mir der Bulli aufgebrochen wurde ;), eine werdende "Director of Photography", also Kamerafrau) einen Besuch abstatten. Wieder nach Sydney zu kommen, wo ich immerhin 2 Monate gelebt und gearbeitet hatte, war wie nach Hause kommen, obwohl der Zeitpunkt eher ungünstig war.
Für die, die sich für's Weltwetter interessieren: Hier bricht ja allmählich das herein, was die Eingeborenen (und auch die in den letzten 200 Jahren Zugezogenen) als "Winter" bezeichnen -
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in Sydney waren in der letzten Woche heftige Stürme mit entsprechenden Wellen und Regen, in Canberra schneit's bereits... Insofern war eher indoor entertainment angesagt.
Das letzte Mal hatte ich es doch tatsächlich unterlassen, mir etwas im örtlichen Karnevalshut anzusehen (Sie wissen schon, das unscheinbare, weiße Gebäude im Sydneyer Hafen), und da Alina sowieso mit einem Bekannten dorthin wollte, habe ich mir diesmal die Chance nicht entgehen lassen. Ironischer Weise muss man augenscheinlich einen ziemlich weiten Weg in Kauf nehmen, wenn man sich Beethovens Dritte und Sechste anhören möchte - vor allem, wenn das Orchester von einer irren, kleinen, italienischen Kugel von einem Dirigenten geleitet sein soll - eine wirklich einzigartige Erfahrung...
In Brisbane ist es momentan nachts 11°, was prinzipiell ja nicht so schlimm ist, aber viele Häuser (unter anderem unseres) sind äußerst schlecht isoliert (Schiebefenster mit Einfachverglasung und Pappwänden ;)) und haben oft keine Zentralheizung. Eine zentrale Gasversorgung durch die Stadt findet ebenfalls wegen der Fläche (Brisbane ist, flächenmäßig gesprochen, die größte Stadt Australiens) nicht statt, weshalb Häuser mit Gasversorgung 2 Meter hohe Gaskartuschen benutzen - es geht alles irgendwie ;).
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Alina, die Ärztin |
Ausgelöst von einer Erkältung habe ich mir dann letzte Woche einen kleinen Heizlüfter für mein Zimmer besorgt - und es noch nicht bereut... Ich merke allerdings, dass das jetzt alles ein wenig nach Sibirien klingt - tagsüber ist es immer noch sonnig und blauer Himmel, regnen tut es in Brisbane auch so gut wie nie.
Hair today, gone tomorrow Teil 2 und 3 |
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Tolle Überleitung zum nächsten Thema, die Wasserknappheit: Brisbane ist inzwischen auf Water Restrictions Level 5 - das Ziel, maximal 140 Liter pro Person und Tag. Hört sich erst mal viel an, aber mit Duschen, Spülen, Waschen kann es knapp werden.
Tatsächlich werden Wasserstände seit der Einführung im April regelmäßig von der Stadt abgelesen und man bekommt ein Mahnschreiben mit einem Fragebogen der klären soll, wo das Wasser hin(-gelaufen) ist. Da in unserem Haus (zusammen mit der Srilankischen Familie) ungewöhnlich viele Menschen wohnen und nur ein Zähler existiert, sind wir auch gerade dabei, so etwas auszufüllen.
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Was mein Äußeres angeht, waren die im letzten Bericht bereits angedeuteten Veränderung erst ein Anfang.
Auch, wenn es nicht explizit gefordert wurde, habe ich (natürlich hauptsächlich mit dem Hintergedanken, von meinen schauspielerischen Unzulänglichkeiten abzulenken) mir meinen Stanislavsky (oder eher, was die Amis daraus gemacht haben) sehr zu Herzen genommen und bin in meinen Rollen nicht nur innerlich aufgegangen:
Für die Rolle eines mißhandelten Gefangenen habe ich mir einen so genannten "Hackjob" verpasst - zu deutsch, mein Haupthaar mit einem Rasierer á la 1984 vermackelt - und später dann für den Shakespeare'schen Magier Prospero meine ersten Fleischmützenerfahrungen gesammelt (huuuh, DAS war kalt und windig...).
Inzwischen ist an den Seiten wieder gut ein Zentimeter nachgewachsen und ich gehe einer meiner Lieblings-Ferienbeschäftigungen nach - Ferienbart züchten ;).
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Prospero und Ariel |
Ein Bisschen meines Heimwehs konnte ich inzwischen übrigens mindern - ich habe Aldi für mich wieder entdeckt! Ja, auch hier gibt es Aldi (natürlich Aldi Süd :) ) und auch, wenn das Sortiment nicht unerheblich abweicht, werden "Haribo Goldbären" importiert und "Hausbrot" und "Pumpernickel" gebacken und (günstig) verkauft! Und es ist (für Australische Verhältnisse) direkt um die Ecke, nur ca. 1km weg... Deswegen führen mich meine Schritte ab und zu tatsächlich auch dorthin, auch am Sonntag (denn traditionelle Ansichten über Ladenschlussgesetze sind nicht Teil dessen, was Albert und Dieter nach Australien mitgebracht haben).
So, ich mach mich jetzt mal wieder an die Arbeit, denn durch meine verschiedentlichen technischen Hilfestellungen in den Theaterproduktionen sind ein paar Leute auf meine Fähigkeiten aufmerksam geworden, und jetzt habe ich diverse DVD-Produktionen von den Theaterstücken inkl. vieler Special Features am Hals, aber wär' ja sonst auch langweilig ;)...
Bleibt mir gewogen,
Freddy |
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Hallo zusammen und frohe Ostern!
Heute meldet sich unser Korrespondent mit einer Osterüberraschung. Das Bild rechts spricht für sich selbst, hinzufügen möchte ich nur die übliche Ausrede: Ich war jung und brauchte das Geld... naja, streichen wir das jung... Spaß beiseite - nach ganzen 8 Jahren Bombenlegertum war der Gang zum Friseur gefühlsmäßig durchaus mit dem zum Schafott oder zumindest dem einer lebensgefährdenden Operation zu vergleichen; dadurch, dass es meine eigene Entscheidung war (nicht wie erwartet eine Rollenfrage), ließ es sich dann doch einigermaßen ertragen. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase hab ich mich dann sogar an den Bart gewagt - und interessanter Weise fehlt er mir mehr als das Haupthaar...
Aber genug davon, jeder mag sich in kontroversem Diskurs eine eigene Meinung bilden und kann sie mir selbstverständlich auch mitteilen - ich bin gewappnet ;). Und nein, als Antwort auf die erfrischende Frage einer Freundin die dieses Photo sah: ich habe KEIN Hörgerät bekommen, das ist ein sogenanntes Headset....
Aktuell ist hier übrigens Ausnahmezustand... bereits seit meiner Ankunft konnte man das ganze Schokozeugs käuflich erwerben (siehe auch "Der Kapitalismus - Weltkulturerbe?") ;)... denn tatsächlich: |  | Hair today, gone tomorrow |
Auch in Australien feiert man Ostern, an Good Friday sind die Geschäfte geschlossen. Achja, und da war ja noch das unscheinbare, kirchliche Fest diesen Sonntag, das den ganzen Rummel ursprünglich mal initiiert hat... Aber das wäre selbstverständlich kein Fest (im australischen Sinne des Wortes), gäbe es nicht das obligatorische BBQ mit Bier; und so habe ich auch tatsächlich für heute Abend eine Einladung zu meiner ersten, äh, Osterparty, auf der auch tatsächlich Eier gesucht werden sollen... Nunja, ich lass mich überraschen.
EDG presents... |  | Was das Studium angeht, ich hab die ersten "Prüfungen" (einen Monolog und 2 Gruppenszenen) überstanden und "genieße" momentan eine Woche "Easter Break" - also vorlesungsfreie Zeit. Natürlich nicht arbeitsfrei - direkt im Anschluss müssen zwei Essays abgegeben werden und natürlich wird auch in dieser Woche für das nächste Stück geprobt... wäre ja auch sonst langweilig ;).
Übrigens, ganz wichtig: Wer Lust auf gutes, englisches Theater hat, der sollte sich diese schwarze, skuriile Kommödie von Edward Bond nicht entgehen lassen! Die english drama group bringt das gute Stück ab dem 13. auf die Studiobühne und ich selbst bin mehr als untröstlich, das zu verpassen... Wer mehr Infos haben möchte, sollte also auf das Poster klicken und auf der Homepage der EDG auf "current play" gehen.
Bleibt mir nur, euch frohe Ostern zu wünschen... Wer in Zukunft benachrichtigt werden möchte, wenn ich an dieser Stelle Neuigkeiten hinterlasse, der kann mich gerne kontaktieren (siehe Profil), ich füge dann seine email zum Verteiler hinzu. |
Bleibt mir gewogen,
Freddy
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Nachdem dieser Blog inzwischen auch einigermaßen der Form genügt, nachdem nun mehr als ein Monat, mein Geburtstag und so einiges mehr seit meiner Einreise vergangen sind - kurz, nachdem ich mich einigermaßen eingelebt habe, wollte ich zumindest mal ein Lebenszeichen von mir geben. Im gleichen Zuge jedoch muss ich die Vorfreude derer, die meine Reiseberichte mochten, ein wenig dämpfen - ich komme hier zu fast nix, da das Studium doch ziemlich ausfüllend ist (dafür natürlich auch extrem spannend, aber dazu später mehr).
Aber von vorn: Bei meiner Ankunft am Flughafen Brisbane wurde ich voneinem Begrüßungsteam der Griffith University empfangen - mein Ruf, Sie verstehen... nein, selbstverständlich war ich nicht allein in dieser Lage, aber da ungefähr 20% der Studenten an der Uni Ausländer sind, ist ein Courtesy Bus für die First Years Standard. Für die erste Zeit hatte ich mir außerdem eine Bleibe auf dem Campus gemietet - wir erinnern uns, die Anreise hatte ich nicht ohne Grund 2 Wochen vor Unibeginn gelegt, um den üblichen Orientation-Hokuspokus nicht zu verpassen - aber selbstverständlich auch, um mich nach einer dauerhaften Logis umzusehen. Und dieses letztere Ansinnen wurde in der Tat in der nun folgenden Woche ein dringendes Anliegen; Nicht nur, dass die residential colleges eher den Eindruck von möblierten Gefängniszellen machten, nicht nur, dass ein ziemlich stolzer Preis verlangt wird - das mit Abstand Schlimmste ist, dass man dort nicht kochen kann. Die Zimmer sind (zumindest auf dem Campus, auf dem ich studiere) nur mit Vollpension erhältlich - und mit was für einer... naja, wer von euch meine Berichte gelesen hat, weiß ja, was ich über die bescheidenen Verdienste der Australier um die internationale Küche zu sagen hatte... wobei das (englische) Frühstück natürlich durchaus nicht zu verachten ist... aber man muss ja auch auf seine Linie/Kurve achten, und - sein wir ehrlich - ich könnte mir einfach nicht vorstellen, dauerhaft ohne Küche zu sein (selbst Van Halen war ja nach kürzester Zeit bestens ausgestattet).
Nadia und Mitch |  | Zwei Bekanntschaften jedoch, die mich durch die tristen ersten Tage brachte, waren Michael Macharia alias "Mitch", ein Kenyaner, der im selben Flughafenbus wie ich saß und der hier Wildlife Conservation studiert; Und Nadia, eine nette Französin, mit der ich natürlich unter anderem hervorragend Ansichten über das nicht ganz so hervorragende Essen austauschen konnte.
Ziemlich schnell stellte ich außerdem fest, dass das Wohnheim unter anderem noch den Vorteil besaß, jede Nacht mit einer Party auf dem Flur aufwarten zu können - mit dem unscheinbaren Nachteil, dass es sich bei der Musik meistens um House, Charts o.ä. handelte. Darüber hinaus konnte ich mir nur schwer vorstellen, in dieser Umgebung etwas entfernt ähnliches wie ein produktives Studium zu absolvieren und so zog ich denn - nach 2-3 Tagen der Eingewöhnung - hochmotiviert los, um eine standesgemäße Studibude aufzustöbern. |
Nun, vorweg, das ist natürlich kein leichtes Unterfangen. Der Anfang der O-Wochen ist wie jede noch so gute Party um 5 Uhr morgens - man muss nehmen, was übrig bleibt. Unterstützt bei diesem Unterfangen von verschiedenen, kostenlosen Internetportalen begann ich also, die Stadt per Bus abzureisen, von Appartment zu Appartment, Stadt-nah, Uni-nah (beides geht nicht), von schäbig bis nobel... naja, wie Sammy the greek sagen würde, "To cut a long story short": Ich habe das Optimum gefunden.
| Ich teile das Obergeschoss eines kleinen Hauses mit zwei Kanadierinnen, gute Bausubstanz (also, das Haus, nicht die Kanadierinnen) versiegeltes Parkett, aber durch die Wände könnte man boxen, die Miete ist niedrig, die Uni ist nah - was will man mehr? Richtig, eine Küche, aber auch eine ebensolche ist dabei. Und eine Waschmaschine. Und Internet. Und jetzt, wo ich hier schon mehr als einen Monat wohne, muss ich sagen, dass ich es kaum hätte besser treffen können... und Mädels sind gar nicht soooo kompliziert, wie man immer sagt ;). Gut, sie sind schon manchmal etwas laut, aber das bringt dann wohl den Ausgleich... |  | Traum-WG |
Das Studium selber ist klasse: Viele praktische Übungen, tiefe Einsichten in die eigenen Fähigkeiten und Grenzen, wertvolle Techniken... Aber eben leider auch viel Theorie zum Nachlesen, viele Essays und Journals. Und natürlich auch viele Proben außerhalb des normalen Unterrichts... Aber - ich habe ja drum gebeten (na gut, von den Essays mal abgesehen ;)). Und deswegen jetzt auch erstmal Schluss für heute. Wenn ihr auf das Bild rechts klickt, könnt ihr übrigens einen virtuellen Rundgang durch meine Wohnung unternehmen (wenn ihr Flash installiert habt).
Bleibt mir gewogen,
Freddy
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... und willkommen zu meinem Blog. Wie bereits die Überschrift nahelegt, ist dies die Fortsetzung meiner "Berichte von der Südhalbkugel", die ich bei meinem letzten Australienaufenthalt in Form von Rundmails begann.
Diesmal allerdings bin ich hier zum studieren, genauer, die hohe Kunst des Schauspiels zu lernen. Meine Uni ist die Griffith University in Brisbane, Queensland und ich bin jetzt bereits seit drei Tagen wieder auf diesem so inspirierenden Kontinent.
Ich habe vor, euch über dieses Medium ein wenig auf dem Laufenden zu halten, kann aber selbstverständlich noch nichts versprechen - denn wer weiß, wie sehr mich das Studium in Anspruch nehmen wird.
Vorerst also nur dieses kleine Intro und ein erheiterndes Bild, dass mir in einem der 1000 Guides über den Weg lief, die wir bei der ersten Orientation erhalten haben. Nachgedanke: Völlig grundlos wurde diese Broschüre sicher nicht gedruckt...
|  | Andere Länder... |
Bleibt mir gewogen,
Freddy
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